Langsamer zum G-Punkt
02. Januar 2012, 20:51 von theaterskyline
Langsamer zum G-Punkt
Theaterskyline Frankfurt: Was heißt hier Liebe?
Daß
das noch funktioniert! Anderthalb Stunden lang folgen Ende August im
Gallus Theater gut 40 Achtklässler einer Realschule sichtlich
beeindruckt der Liebesgeschichte von Paul und Paula, die alles, was das
Paarsein ausmacht, zum ersten Mal erleben. Mit ihrem direkten Spiel
schlagen die beiden Hauptfiguren und ihre Bühnenfreunde Kiki und Klette
eine Horde von 13jährigen in den Bann. Respekt.
Es ist der Evergreen
des Aufklärungstheaters und schon 35 Jahre alt. »Was heißt hier Liebe«
heißt das Stück, das vom legendären Berliner Theater Rote Grütze 1976
uraufgeführt und mit seiner unverblümten Sprache für Furore und Skandale
sorgte. Eine solche Wirkung ist in der hoch- oder übersexualisierten
Medienlandschaft heute nicht mehr zu erwarten. Das braucht es auch
nicht. Der wohl frühere und vielleicht auch freiere Zugang zur
Sexualität verheißt nicht zwingend den unkomplizierten Umgang damit.
Mit
der Frankfurter Theatergruppe Skyline hat Regisseur Andreas
Walter-Schroth eine der heutigen Zeit angepaßt. Themen wie Aids oder
Internetpornos stehen nun an, und statt der Moralpositionen der Eltern
rücken die Dos und Don’ts der Freunde in den auf belehrende Zeigefinger
und Mahnungen verzichtenden Fokus. Wenn es denn eine Maßregel gibt für
die jugendlichen Adressaten, dann ist es die, offen zu reden und sich in
allem möglichst viel Zeit zu lassen.
Es gehört zu den Eigenheiten
dieses Stücks, daß die Glaubwürdigkeit der Schauspieler stark mit deren
Alter korreliert und deshalb die Rollen immer wieder wechseln. Im
Gallustheater sind die Rollen von Paula (Simone Appel) und Klette
(Umberto de Bernardo) neu besetzt. Susanne Lammertz als Kiki und Pierre
Humphrey als Paul sorgen für Kontinuität.
Termine Gallus Theater: 25. Januar 11 Uhr, 19 Uhr, und 26. Januar 11 Uhr
Quelle: http://www.strandgut.de/2012/H1201/inHeft.htm
Zusammenarbeit mit pro familia
06. November 2011, 21:35 von theaterskyline
pro familia Ortsverband Frankfurt am Main 
NEUE TERMINE IN 2012
pro familia über die Zusammenarbeit mit dem Theater Skyline
Im Sommer 2011 kam Frau Fröhlich von Theater Skyline auf uns, das sexualpädagogische Team von pro familia Frankfurt, mit der Frage zu, ob wir sie bei der Überarbeitung eines Theaterstückes unterstützen würden. Wir haben in den letzten Jahren bereits mehrere Theaterstücke (Verhüten und Verfärben, Tabu, Testosteron) begleitet und für pro familia einen Ruf erarbeitet. Die Aufführungen haben wir begleitet und nach der Theateraufführung einen sexualpädagogischen Parcours für die Jugendlichen aufgebaut, der mehrere Stationen zu den Themen Schwangerschaft, Verhütung, Kondome, Glücksrad und Info Materialien bietet. Schnell war klar, dass ein solcher Parcours auch bei dem aktuellen Stück gewünscht ist.
„Was heißt hier Liebe“ ist ein klassisches Aufklärungsstück aus den 1970er Jahren vom Theater Rote Grütze aus Berlin. Dieses Stück ist in den 1990er Jahren aktualisiert worden und auch seitdem mehrfach gespielt worden.
Nach einem ersten Treffen stellte sich heraus, dass wir die Aufgabe sehr interessant finden. Zunächst ging es um das Drehbuch, an dessen Inhalt die letzten knapp 20 Jahre nicht spurlos vorbei gegangen sind. Neben fachlichen Veränderungen wie Verhütungsmitteln lag ein Fokus auf der Frage, wie Jugendliche heute über Sex denken, welche Sprache sie benutzen und wie Beziehungen gestaltet werden. Unsere Vorschläge wurden sehr wohlwollend aufgenommen und abgewogen. Immerhin musste ein schlüssiger roter Faden durch das Drehbuch laufen. Bei den Proben konnten letzte Änderungen bzw. Korrekturen durchgeführt werden.
Der sexualpädagogische Parcours:
Nach den Vorstellungen von „Was heißt hier Liebe“ haben wir vier Stationen im Vorraum des Theaters betreut. Ein Glücksrad zeigt vier Themenbereiche mit Farben, zu denen Fragen gestellt werden können. Es geht um die Themen: Verhütungsmittel und Schwangerschaft, Freundschaft und Beziehung, Körper und Gesundheit sowie Sexualität und Erotik. Eine Frage aus einem Themenbereich wird gestellt und kann alleine oder in der Gruppe beantwortet werden. Neben Wissensfragen gibt es auch Einstellungsfragen, bei denen die persönliche Meinung gefragt ist. Das Glücksrad ist sehr beliebt und kommt gut bei Jugendlichen an.
Ein weiterer Stand behandelt Verhütungsmittel und die Nutzung von Kondomen. Da Verhütung auch in dem Theaterstück eine Rolle spielt, kann hier leicht eine Verknüpfung hergestellt werden. Häufig ist das jedoch nicht nötig, weil die Jugendlichen ohnehin Interesse an dem Thema „Verhütung“ haben.
Bei dem Stand „Schwangerschaft“ bieten wir Modelle, um sich die Entwicklung vom Embryo zum Fötus bis zur Geburt gut vorzustellen. Besonders beliebt ist der Schwangerschaftsumhang, den man anziehen kann, um festzustellen, wie es sich anfühlt, einen Bauch Ende des sechsten Monats zu haben. Jungen wie Mädchen nutzen diese Möglichkeit.
Ein Tisch mit Broschüren und Informationsmaterialien lädt ein, sich im Detail zu informieren und Material mit nach Hause zu nehmen.
Wir sind während des gesamten Prozesses der Entwicklung des Stückes in einem engen Austausch mit den Schauspielern und Schauspielerinnen gewesen, was sehr viel Spaß gemacht hat. Auch zum Parcours kommen die Schauspieler und Schauspielerinnen dazu und stellen sich beispielsweise den Fragen auf dem Glücksrad. Wir freuen uns auf die nächsten Vorstellungen.
“Was heißt hier Liebe?”
07. April 2011, 21:29 von theaterskyline
In der kommenden Spielzeit widmet sich das Frankfurter Jugendtheater „THEATER SKYLINE“ mit „WAS HEISST HIER LIEBE?“ einem wahren Klassiker des Jugendtheaters.
Stückinhalt:
Im Mittelpunkt von „WAS HEISST HIER LIEBE?“ stehen Paul und Paula, beide mitten in der Pubertät. Sie entdecken die erste Liebe mit all ihren Hochs und Tiefs: die schüchterne Annäherung, den ersten Kuss, das erste Petting – und natürlich auch „das erste Mal“. Augenzwinkernd schildert „WAS HEISST HIER LIEBE?“ diesen turbulenten Teil im Prozess des Erwachsenwerdens und nennt die Dinge beim Namen. Stress mit den Eltern und Selbstbefriedigung sind genauso Themen wie die wichtige Frage der Verhütung. Um all die Unsicherheiten, Probleme und Ängste rund um das Thema Liebe und Sexualität aus dem Weg zu räumen, hilft nur eines: darüber reden. Und das wird in aller Offenheit, mit viel Spaß und Einfühlsamkeit und der Unterstützung ihrer Freunde Klette und Kiki getan.
Auch wenn der Dauerbrenner „WAS HEISST HIER LIEBE?“ mittlerweile schon seit 35 Jahren auf den Theaterbühnen zu sehen ist, so hat dieses frische und freche „Aufklärungsstück“ doch nichts von seiner Aktualität eingebüßt.
Das Theater „Rote Grütze“ hat „WAS HEISST HIER LIEBE?“ 1976 konzipiert und inszeniert. Das THEATER SKYLINE wird die aktualisierte Fassung von 1992 auf die Bühne bringen, aber auch nicht außer Acht lassen, dass sich Gewohnheiten speziell im Zeitalter des Internets und zunehmender Schnelllebigkeit auch in den letzten 20 Jahren geändert haben. So ist die Inszenierung darauf bedacht, das der „Klassiker“ „WAS HEISST HIER LIEBE?“ zwar erhalten bleibt, aber „entstaubt“ der Gegenwart gerecht werden soll. Unterstützt wird das u.a. von den Jugendlichen selbst, indem Vorgespräche mit ihnen geführt werden.
Theaterpädagogisches Workshopangebot :
Für das Stück „WAS HEISST HIER LIEBE“, bieten wir Schulen und anderen freien Kulturträgern einen ca. 1 1/2 stündigen Workshop an. Im Workshop werden die Rezipienten selbst zu Schauspielern. Angeleitet mit theaterpädagogischen Methoden können die Jugendlichen im geschützten Raum ihre eigenen Geschichten nachspielen. Bewegungs – und Vertrauensspiele schaffen ein anderes Körperbewußtsein und lassen Berührungen, die sonst vielleicht peinlich sein könnten, zu. In szenischen Improvisationen können auf eine spielerische Art heiße Themen verhandelt werden, die den Jugendlichen unter den Nägeln brennen: Geschlechterdifferenz, „das erste Mal“, Verhütung und vieles mehr.
Im Anschluss an die Theatervorstellungen baut das Team von pro familia einen Aktionsparcours im Foyer auf, bei dem die Schüler die Möglichkeit haben, sich ganz ungezwungen über Verhütungsmittel und vieles mehr zum Thema Sexualität zu informieren. Experten von pro familia führen durch den Parcours und sind offen für alle Fragen der Schüler. Begleitend zur Inszenierung werden Workshops für interessierte Lehrer und Jugendliche von Theaterpädagogen des Schultheater Studio Frankfurt angeboten.
Aufführungstermine „Was heißt hier Liebe“ 2012
25. Januar um 11:00 Uhr
25. Januar um 19:00 Uhr
26. Januar um 11:00 Uhr
06. März um 19:00 Uhr
07. März um 11:00 Uhr
Gastspieloption:
"Was heißt hier Liebe?" kann von Schulen, Jugendämtern und Jugendeinrichtungen außerhalb Frankfurts gebucht werden.
Im Anschluss an das Theaterstück bieten wir bei Gastspielen ein Publikumsgespräch an.
Das Theater Skyline auf dem 19. Kindertheaterfestival 2011 in Mainz.
Mit unserer Produktion "WAS HEISST HIER LIEBE?" sind wir auf das 19. Kindertheaterfestival nach Mainz eingeladen worden.
Die Aufführung findet am 26. September um 11:00 in den Mainzer Kammerspielen statt.
Über meine Rolle
24. Februar 2010, 01:10 von theaterskyline
Catrin Omlohr über ihre Rolle als Sarah Eberstdorf
Du bist eine noch junge Schauspielerin und hast mehr Erfahrungen im Musicalbereich, wie ist (war) für die die Arbeit an der Hauptrolle mit einem Charakter wie Sarahs?
Antwort: Sarah ist eine sehr emotionale, vielseitige und spannende Rolle.
Es war eine große Herausforderung für mich, mich in sie hineinzudenken,
zu erkennen warum sie in manchen Situationen so reagiert wie sie reagiert.
Meine Schauspiellehrerin sagte immer zu mir: Du bist der "Anwalt" der
Figur, erst wenn du verstehst warum sie etwas tut und wie, kannst du sie
gut "verteidigen" bzw. verkörpern. Die Proben waren teilweise sehr
anstrengend, und an manchen Tagen konnte ich danach nichts anderes mehr
sehen und wollte meine Ruhe haben. Man erlebt einfach innerhalb von diesen
80 Minuten die das Stück dauert so viele Emotionen, wovon viele ja nicht
wirklich positiv sind. Da brauchte ich nach den Proben auch einfach die
Zeit die schlechten Gefühle wieder "abzuschütteln". Insgesamt hat mir
dieses Stück und die Proben eine Menge gegeben, ich habe viel gelernt,
nicht nur über die Rolle, sondern auch über mich, auch wenn sich das
vielleicht kitschig anhören mag. Auch als Darstellerin konnte ich eine
Menge aus dieser Produktion mitnehmen.
Kannst du Sarah verstehen?
Antwort: In manchen Dingen verstehe ich sie gut, in anderen wiederum nur
schwer. Sie ist sehr verzweifelt und hilflos, und musste immer alles alleine
stemmen, und sich durchbeissen. Sie musste früh lernen Verantwortung
zu übernehmen, für sich und auch für andere.
Das hat sie geprägt, sie hat es nicht einfach im Leben, und sieht einfach
irgendwann keinen Ausweg mehr aus der ganzen Sache, und reagiert ziemlich
heftig. Ihre Reaktionen sind eigentlich ein einziger Hilfeschrei, weil der ganze Frust der letzten Jahre auf einmal vollkommen über ihr zusammenbricht
und einfach nur noch raus muss. Jeder von uns kommt mal in eine Situation im Leben, wo er nicht weiter weiß, gut ist es dann jemanden zu haben der
einem vielleicht einen neuen Weg aufzeigen kann, sie hat das aber leider nicht. Ich kann gut nachvollziehen wie es ihr geht.
Die Umsetzung um zu bekommen was sie will, kann man aber natürlich nicht gutheissen. Das alles zeigt aber wiederum wie verzweifelt sie sein muss,
und wie ausweglos das Ganze für sie zu sein scheint.
Als Schauspielerin musst du dich ständig neu bewerben, macht dich das
mutlos oder spornt es dich eher an?
Ganz klar: Beides :)
Das Gute daran ist, dass man immer dran bleiben muss, man kommt nicht aus
der Übung. Natürlich geht es einem manchmal schon auf die Nerven, sich auf
Auditions oder Castings immer wieder neu beweisen zu müssen, aber das
verhindert dass du irgendwann träge wirst, weil nicht nur du willst den Job
haben. Weil wie man so schön sagt: "Die Konkurrenz schläft nicht." Deswegen musst
du versuchen immer wieder von neuem zu überzeugen, und das kannst du nur,
wenn du dich informierst, auf dem Laufenden bleibst, und immer neue Farben
an dir erkennst, an dir arbeitest und an deinen Aufgaben und
Herausforderungen wächst.
Wer gibt Jugendlichen eine Chance?
19. Februar 2010, 22:35 von theaterskyline
"DIE CHANCE NACH DER LETZTEN" - Fragen an den Regisseur
Was interessiert Dich als Regisseur an diesem Stück:
Es ist die Art und Weise, wie der Autor Raoul Biltgen, das Thema Jobsuche
mit dem Thema Gewalt verknüpft. Es ist realistisch und zeigt Zeitgeist, wenn
man den jetzigen Stand des Arbeitsmarktes anschaut. Es fängt sehr spritzig,
teilweise witzig an und ist spannend wie ein Psychothriller geschrieben.
Dann ist es natürlich die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Menschen,
die sich in einer erst einmal "normal scheinenden Situation" begegnen. Das
Bewerbungsgespräch ist vorerst das Hauptthema. Die Stimmung des Gesprächs
kippt dann aber relativ schnell, durch eine kleine Bemerkung des
Personalchefs Hr. Ammer: "Wir rufen Sie dann an!"
Das interessanteste für mich sind die Beweggründe für die Figuren
herauszuarbeiten. Warum Sarah so handelt? Was geht in ihr vor? Was hat sie
erlebt? Wo sind ihre Verletzungen? Etc. Letztendlich sind es die inneren
Prozesse der Charaktere und der Verlauf der Handlung, was mich als Regisseur
an diesem Stück fesselt und begeistert. Warum reagiert Hr. Ammer so? Wie
verändert er seinen Standpunkt im Verlauf der Ereignisse. Sozusagen
erarbeite ich mit den Schauspielern gemeinsam ein Psychogram der Figuren.
Zuletzt finde ich aber auch das Ende des Stückes sehr gut. Es ist ein
offener Schluss mit positiver Tendenz. Und es ist kein Lehrstück welches mit
erhobenem Zeigefinger daher kommt.
Du unterrichtest an einer Schauspielschule und hast täglich mit jungen
Menschen zu tun. Kannst du Sarahs Reaktion nachvollziehen?
Na ja, wie soll ich dies kurz umreißen? Natürlich haben auch die
Schauspielschüler an der Schauspielschule gewisse Ängste und durchlaufen
dort Höhen & Tiefen gleichermaßen, aber dennoch denke ich, dass ich daraus
eher nur einen kleinen Anteil für das Stück herausfiltern kann.
Selbstverständlich bin ich dadurch Nahe am Puls der Zeit, da die Schüler
sehr jung sind und sich im Unterricht über ihre Zukunftsängste äußern.
Außerdem werden dort, wenn auch nicht im Übermaß, Rollen einstudiert, welche
sich sehr stark mit den Problemen von Jugendlichen auseinander setzten.
Dadurch ist es gewissermaßen schon eine kleine Hilfe :–))
Catrin Omlohr ist eine noch junge Schauspielerin, wie erarbeitest du mit ihr
die Rolle der Sarah?
Catrin ist eine sehr begabte Ausnahmeerscheinung unter den jungen
Schauspielern mit denen ich bisher zusammen gearbeitet habe. Sie ist sehr
intuitiv, spontan und ein Fegefeuer an Leidenschaft. Sie begibt sich in
jeder Phase der Probe emotional voll in die jeweilige Situation hinein. Es
ist dadurch sehr Kräfte zehrend und es fließen dann ab und zu die Tränen,
dann sorge ich für Trost und Entspannung. Ich führe sehr vorsichtig die
Zügel, lasse sie sehr locker, damit Catrin sich auf ihren Partner Nenad
Smigoc einlassen kann, der ihr sehr intensiv zur Seite steht. Dies bewältigt
er, Nenad, durch seine langjährige Erfahrung mit Hingabe, Elan, Witz und
Professionalität. Im großen und ganzen besprechen wir hinterher einige
Details, welche schriftlich festgehalten werden, um sie dann Zuhause für die
nächste Probe aufzuarbeiten. Hin und wieder hatte ich mit Catrin einige
Einzelproben um ihre großen Monologe vorzubereiten, d.h. den längeren
Abschnitten den ersten Grobschliff zu verleihen. Zum Beispiel: Welche ist
die emotionale Grundhaltung in diesem Monolog? Was will Sarah damit
erreichen? Usw.
Probenstart-Die Chance nach der Letzten
22. Januar 2010, 21:18 von theaterskyline
"Es ist deine letzte Chance!" - Was soll das genau heissen? Und wie kommt man in die Situation, das jemand einem überhaupt eine letzte Chance gibt? Diese, und noch viele andere Fragen heisst es zu klären in unserer aktuellen Inzenierung.
"Die Chance nach der letzten" von Raoul Biltgen ist eine Uraufführung und die vierte Produktion des Theater Skyline im Frankfurter Gallus Theater. Das Stück lebt von den Emotionen der Figuren, ihrer Geschichten und Handlungen. Nenad und Catrin sind bereits nach der zweiten Probe schon ganz in ihre Rollen vertieft. Und das ist angesichts der kleinen Heizöfchen, mit denen wir unseren Probenraum heizen müssen, gar nicht so leicht. Wenn man sich zu Beginn der Proben immer das Zittern verkneifen muß, und das Textblatt in der Hand leicht wackelt ist das echt harte Arbeit. Deshalb verdienen diese beiden schon jetzt großen Respekt. Aber was wären die schönsten Emotionen auf der Bühne ohne den Regisseur, um diese in die richtigen Bahnen zu leiten. Andreas schafft es beide Schauspieler mit seiner Art zu begeistern und ich bin sicher, das diese Begeisterung auch auf unser Publikum überschwappen wird. Also freut euch auf den 24.02.2010, denn dann feiert "Die Chance nach der Letzten" Premiere.
Nenad Smigoc als Claus Ammer
Catrin Omlohr als Sarah Eberstdorf
Was denkst Du?
21. September 2009, 16:04 von theaterskyline
Unsere Inszenierung möchte zur Diskussion anregen.
Nutzt diesen Blog um euch über die Inszenierung, die Problematik und mögliche Lösungen Gedanken zu machen. Eure Meinung ist uns wichtig! Über die Kommentarfunktion kann jeder seine Meinung und Gedanken mitteilen.
Warum “Aussetzer”?
21. September 2009, 15:54 von theaterskyline
Kaum ein Tag vergeht ohne Berichte in den Medien über Gewalt bei Jugendlichen.
Das jüngste Beispiel, welches wohl jeden erschüttert hat, ist der Mord an einem 50-jährigen Mann auf einem Münchner S-Bahnhof Solln.
Die Suche nach den Ursachen, warum Jugendliche immer schneller und scheinbar ohne nachzudenken zu Gewalt neigen, ist ebenso komplex wie schwierig. Auch das Ausmaß scheint zunehmend heftiger zu werden.
Wer ist Schuld? Das System, die Eltern, die Lehrer, die Gesellschaft, die Jugendlichen selbst?
„Die hohe Gewaltrate unter Jugendlichen wird unter anderem dadurch erklärt, dass in der Jugend ein hohes Bedürfnis an Autonomie und Selbstverwirklichung besteht, welches durch das Testen und Brechen sozialer Normen vorübergehend gestillt werden kann.“
(Quelle: Wikipedia)
Die Ursachen sind hier keine Modeerscheinung. Jede Generation versucht, ihre Grenzen zu testen. Tatsache jedoch ist, das in der heutigen Zeit die Jugendlichen immer weniger miteinander oder mit Eltern und Erwachsenden auf „normale“ Art und Weise kommunizieren.
Man könnte die heutigen Jugendlichen als „digitale Generation“ bezeichnen. In Cyber World oder Computerspielen z.B. kann man die Regeln meist mit- oder gar selbst bestimmen. Die Anonymität ist hierbei stark ausschlaggebend. Die Rollen sind oft frei wählbar und schnell macht man sich mal eben zum Helden mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Gefällt diese Figur nicht mehr, wird einfach eine neue Identität gewählt. So ist es einfach, sich nicht mit Anderen auseinandersetzen zu müssen, Konfliktfähigkeit zu lernen, Konsens zu wollen. Vor bestehenden Regeln des Alltags zu fliehen. Von face to face zu artikulieren, zu diskutieren oder auch zu debattieren. Denn in dieser Welt muss man das nicht und Situationen und Gegenüber können ignoriert und Regeln ungestraft umgeworfen werden. Man kann das Spiel auch von Neuem beginnen. Das Verschwimmen von Realität und Virtualität ist bei vielen Jugendlichen oftmals der Fall.
Das Interessante bei „Aussetzer“ ist die Betrachtung der beiden Figuren in ihrem privaten Umfeld. Beide befinden sich in einer Situation, auf die sie nicht vorbereitet waren. Beide sind unsicher und als Erstes steht die Verwirrung über die Tat an sich, sowohl beim Opfer als auch beim Täter. Haben Sie verlernt oder etwa gar nicht gelernt Probleme zu artikulieren und zu lösen? „Aussetzer“ gibt uns die Möglichkeit genau zu beobachten, wie beide Parteien mit ihren Problemen umgehen, wie sie versuchen das Geschehene zu verarbeiten. Dabei wird deutlich, dass sich beide in einer komplexen Abhängigkeit befinden. Sie teilen ein Geheimnis, sie haben einen gemeinsamen Deal. Dieser funktioniert leider nicht, weil vielleicht doch das Stückchen Ehrlichkeit dahinter fehlt…? Abermals ist Gewalt die Folge.
Warum steigt die Gewaltbereitschaft bei Jungendlichen? Das Stück beantwortet diese grundlegende Frage nicht eindeutig und das ist auch der Sinn. In „Aussetzer“ wird nicht drohend der Zeigefinger erhoben. Bedeutend ist, dass Einblicke in die Gedanken und in die Gefühlswelt von Schülern und Lehrern gegeben werden. Nach dem Motto „open your mind“ sollen Zuschauer sich sowohl die eine als auch die andere Brille aufsetzen und Antworten selbst erarbeiten. Speziell für Schulklassen und deren Lehrer, eröffnet sich die Möglichkeit, jeweils die Situation des Anderen aus einen neuem Blickwinkel zu betrachten, darüber zu diskutieren und den Ursachen gemeinsam auf den Grund zu gehen.
Gestern noch auf der Bühne, heute Mutter!?
23. August 2009, 21:09 von theaterskyline
Seit das Theater Skyline seine Arbeit 2007 aufgenommen hat, habe ich in den Stücken mitgespielt. 2008 gab ich die "Viper "in Crash Kids" von Markus Romer. Eine 16 jährige, die von ihrer ersten großen Liebe ungewollt schwanger wird. Als Schauspielerin musste ich mich mit den Ängsten der Teenagerin auseinandersetzen. Wut, Angst, Zerrissenheit….. und genau in dieser, für mich sehr stessigen Probenzeit wurde ich wirklich schwanger. GEWOLLT!
Nun steht die nächste Premiere des Theater Skyline mit "Aussetzer" von Lutz Hübner vor der Tür und ich bin nicht dabei. Während Edda morgens das Haus verlässt und voller Energie sich in die Proben schmeißt, sitze ich daheim, trinke meinen Kaffee, wiege mein Baby im Arm und überlege, wann an diesem Tag das Wetter am schönsten für einen Spaziergang ist.
Kinder und Arbeit- geht das? Und wenn ja: Wie?
Trotz des Elterngeldes und der Elternzeit für Väter: Nur 675.000 Kinder wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamts geboren - 10.000 weniger als 2007.(…) Noch immer sei es schwierig, Beruf und Familie zu vereinbaren. Denn auch wenn es mittlerweile einige Veränderungen wie kinderfreundliche Arbeitszeiten und mehr Kitaplätze gebe, brauchten die Umsetzung und der Ausbau auch weiterhin Zeit. Von der Leyen glaubt nicht, dass die Menschen heutzutage zu egoistisch seien, um Kinder großzuziehen. Sie würden allerdings eher konkret prüfen, ob ein Leben mit Kindern machbar sei.
(nar/08.04.2009/- VBM)
Ja, Frau von der Leyen, ich gebe zu, dass ich am Anfang meine Bedenken hatte: Wie wird mein Leben mit Kind verlaufen? Wann werde ich selbst wieder spielen? Kind und Beruf - schaffe ich das? Ich habe meine Absichten, Mutter zu werden, also konkret geprüft und ich muss sagen… es geht. Ich weiß manchmal nicht wie, aber die Produktion steht kurz vor der Premiere, alles läuft im normalen Endprobenstress und meine Kleine hat die Tage zum ersten mal Theaterluft geschnuppert, als ich auf der Probe war.
Als selbständige Schauspielerin ist die Angst vor der Arbeitslosigkeit immer irgendwo mein Begleiter. Aber soll ich mir deshalb meinen Wunsch nach einem eigenen Kind verwehren? Es ist sicher nicht leicht und ich habe ein riesen Glück, dass ich mit meinem Mann einen echtem Volltreffer gelandet habe.
Das aber wohl spannendste für mich ist allerdings, dass die Kleine meinen Blick auf so manches gewaltig verändert hat. Als Künstlerin habe ich die Chance meine Erfahrungen und Sorgen in den Stücken, die ich spiele, auszudrücken. Soll die Kleine ruhig mal das Theater zusammenbrüllen, das bringt Schwung in die Bude, und wenn meine Augenringe dann abgeschwollen sind, stehe ich wieder selbst auf der Bühne.
Ich freue mich schon jetzt auf den Tag, an welchem meine Maus zum ersten Mal im Publikum sitzt und sagt: "Das da ist meine Mama!"
Christopher Neumann, Hauptschüler
28. Juli 2009, 23:00 von theaterskyline
"Ich hab gedacht, das ist scheißegal mit den zwei Fünfern, die sind im ersten Halbjahr und zählen nicht mit. Ich hab nicht gewusst, dass die mitzählen. Woher soll ich das denn wissen? Klar, das wird knapp, aber das ist doch scheißegal. Ich meine, der Schnitt ist doch scheißegal, brauche ich doch für nichts, ist doch nur Hauptschule…"
Umberto De Bernardo spielt: Chris, Siebzehn Jahre alt, Schüler in der Abschlussklasse der Hauptschule, Hobbys: Kickboxen, Fahrrad fahren, WoW.